August Schuler - Mönchmühle Ravensburg

Wasserkraft

Wasserkraft

Johannes Schuler vor der Wasserkraftturbine

Rund 75.000 Kilowattstunden Strom.

So viel Elektrizität liefert die Wasserkraftanlage dieses Mühlengebäudes pro Jahr.
Genug für den Strombedarf von etwa 50 Privatpersonen.

Energiegewinnung ohne das Klimagas Kohlendioxid CO2 und das schon seit 1925.
Zuvor trieb der Flappach über Jahrhunderte die Wasserräder der Mühle an.


Tradition

Wasserkraft verfügt hier über tüchtige Traditionen. Schon im 12. Jahrhundert gehörte die Mönchmühle zum Karmeliterkloster (Hauptgebäude: Marienplatz Süd, heute Landgericht). Im fließenden Wasser hatten die Ordensleute eine Energie erkannt, die vom Himmel fällt. Tropfen für Tropfen ein Gottesgeschenk.

Ravensburger Wasserkraft-Karte zoom (+)Ravensburger Wasserkraftkarte
Seit dem 19. Jahrhundert ist die Mönchmühle Teil des "Wasserverbandes" Ravensburg. Damals bestand er noch aus 21 Mitgliedsbetrieben. Alle mit Wasserkraftantrieb. Nur 3 davon, also gerade noch ein Siebtel, sind heute noch aktiv.


Wie funktioniert die Turbine?

Im hiesigen Triebwerk stürzen 300 Liter Flappach-Wasser pro Sekunde
durch das Turbinenrohr. Sie fallen 5,70 Meter tief.

Das tosende Nass drängt in der Turbine auf ihr Laufrad.
Deshalb dreht es sich.
Diese Bewegung überträgt ein Riemen an der Turbinen-Welle auf den Generator im Raum nebenan.
Dort bewirken die Drehungen elektrischen Strom - ähnlich wie in einem Fahrrad-Dynamo; allerdings mit weitaus höherem Energieertrag.
Wasserkraft Turbine

Technische Daten

Gefälle:5,70m
Wassermenge:300 l/s
Ausbauleistung:11,5 kW
Jahresarbeit:75.000 kWh
Planung und Einbau:1923 bis 1925

Hoher Wirkungsgrad

Stürzen 100 Liter Wasser 1 Meter tief, setzen sie dabei die Energie von
1 Kilowatt frei.
Gut die Hälfte dieser Kräfte verwandeln kleinere Turbinen wie die Francis-Maschine in diesem Mühlgebäude in elektrischen Strom.
Größere Wasserkraftanlagen erweitern vergleichbare Elektrizitäts-Erträge
auf bis zu 80%.

Warum so wichtig für Umwelt und Wirtschaft?

Rund 5.000 Tonnen. So viel Mehl mahlt die Mönchmühle pro Jahr.
Dafür benötigt sie etwa 450.000 Kilowattstunden Strom.
Wasser aus dem Flappbach treibt die Turbine an Aus der hauseigenen Wasserkraftanlage stammen etwa 75.000 Kilowattstunden elektrische Energie. Diese Strommenge braucht also nicht von außen zugekauft
zu werden.

Ertragreiche Ernährungsvorsorge dank Energie.

Außerdem schont die Wasserkraftanlage Mönchmühle das Klima. So entwich aus dem Kohlekraftwerk Heilbronn im Jahr 2000 pro Kilowattstunde Stromproduktion 1 Kilogramm des Klimagases Kohlendioxid (CO2). Belastung der Luft mit Kohlendioxid aus dem Wasserkraftwerk Mönchmühle: 0 Gramm.

So hilft die heimische Wasserkraft aus dem Flappach dem mittelständischen Familienbetrieb Mönchmühle, klimaschonend und konkurrenzfähig Mehl herzustellen. Klimafreundliche Konjunktur - hier kein Problem.


Text der Wasserkraft-Infotafel: Julian Aicher rio's